Quelle: Rhein-Zeitung Nr. 264, Seite 25, 14.11.2025, von: Daniel Fischer und Lutz Klattenberg, Foto: Martin Gausmann
SG Westum/Löhndorf - TuS Oberwinter (Fr., 20Uhr)
Bezirksliga: SG erwartet den TuS im Derby und Kellerduell am Freitag auf dem Rasenplatz in Löhndorf – und hat kaum Personal
Westum/Löhndorf/Oberwinter. Mit einem Kracher endet am Freitagabend unter Flutlicht die Hinrunde der Fußball Bezirksliga Mitte, wenn die SG Westum/Löhndorf ab 20 Uhr den TuS Oberwinter auf dem Rasenplatz in Löhndorf. Nicht
nur stehen sich beide Mannschaften im Derby gegenüber, darüber hinaus hat die Partie im Kampf um den Klassenverbleib eine enorme sportliche Bedeutung. Die Hausherren gehen allerdings mit erheblichen Personalsorgen in die Partie.
In absoluter Regelmäßigkeit haben die SG Westum und der TuS
Oberwinter in den vergangenen Wochen die Positionen in der Tabelle miteinander getauscht. Häufig war dies gleichbedeutend damit, welche der beiden Mannschaften
auf einem Abstiegsrang steht. Vor dem direkten Aufeinandertreffen am 15. Spieltag haben die Gäste auf dem elften Rang mit 16 Punkten leicht die Nase vorne und stehen knapp über dem Strich. Die Kombinierten aus Westum und
Löhndorf auf der Gegenseite rutschten dagegen dank der vermeidbaren Auswärtsniederlage in Mörschbach mit 14 Zählern wieder auf einen Abstiegsrang ab, könnten passend zum Verlauf der jüngeren Vergangenheit Wochen mit einem Heimsieg aber wieder an Oberwinter vorbeiziehen.
Neben dem Derbycharakter hat die Partie also auch mit Blick auf einen hart umkämpften Abstiegskampf eine herausgehobene Bedeutung.
„Bis vor einigen Jahren gab es dieses Derby nur selten und
in einer solchen Konstellation wahrscheinlich noch nie. Natürlich ist es ein spezielles Spiel, das mit Blick auf die Tabelle sehr wichtig ist. Wir haben allerdings aktuell andere Sorgen, als wirklich auf diese Konstellation schauen zu können“, sagt Westums Trainer Tomas Lopez.
Was der Übungsleiter damit meint, sind die doch großen Personalsorgen bei seiner Mannschaft. Schon zuletzt standen im Hunsrück nur elf Feldspieler zur Verfügung. Nun haben sich auch noch Julian Merken und Julian Schmitz zum Lazarett
dazugesellt. „Aktuell geht es nur darum, eine Mannschaft
auf den Platz zu bekommen. Daher hat die Vorfreude noch
nicht wirklich Einzug gehalten“, sagt Lopez.
„Es ist nicht die eine wichtige Partie, es ist nach Oberwesel und Mülheim-Kärlich die nächste wichtige Partie gegen einen direkten Konkurrenten“, macht Oberwinters Trainer Mario Brötz deutlich.
„Ein Derby ist es dazu, davon haben wir in der Klasse nicht mehr so viele. Hoffentlich gibt das Spiel auch den Derbycharakter her. Beide Vereine verstehen sich ganz gut, da ist kein besonderer Reiz, aber die tabellarische Ausgangssituation sollte ja schon reichen“, sagt Brötz weiter.
Zum Hinrundenabschluss müssen sich beide Teams als abstiegsgefährdet betrachten, auch wenn das Tableau noch recht eng angelegt ist. Auch Platz vier ist für die Oberwinter schließlich nur sieben Punkte entfernt.
„Die Hinrunde in Gänze ist sehr durchwachsen gelaufen bis
hierher. Wir hatten einen katastrophalen Start, auch personell
bedingt“, resümiert Brötz. Lulzim Neziri war beispielsweise der
einzige TuS-Akteur, der jede Minute auf dem Platz stand. „In
der Mitte hatten wir recht geballt die Teams von oben, zu denen fehlt uns noch etwas. Zum Ende war es dann besser.
Wir haben gegen die Teams aus dem unteren Drittel die nötigen Punkte geholt, aber es gibt auf jeden Fall genug Stellschrauben für die Rückrunde“, erklärt Brötz.
Spielerisch und taktisch birgt das letzte Hinrundenspiel nun wenig Raum für Überraschungen. „Der Platz in Löhndorf ist sehr eng. Da kommt es schlicht darauf an, mehr zu investieren, es wird kampfbetont“, ahnt Brötz, der auf Stephan Gies (Leistenprobleme) verzichten muss. Ibrahim Sidibe Arama darf nach einem Spiel Sperre wieder mitwirken.