Die SG Viertäler Oberwesel ist zurück in der Bezirksliga Mitte, in der sie vor dem Abstieg im Sommer 2024 sieben Jahre lang spielte. Und sie ist zurück mit einem neuen Coach, der genau den Werdegang seines neuen Klubs mit seinem alten Verein mitgemacht hat. Rafael Sousa heißt der Nachfolger von Christoph Fahning am Rhein – und er ist nach dem Bezirksliga Abstieg mit dem TuS Rheinböllen direkt wieder aufgestiegen. Den erneuten Abstieg des TuS erlebte Sousa nicht mehr mit, denn kurz nach der Winterpause trennte sich Rheinböllen von ihm. Nun ist er in Oberwesel – und weiß sehr genau, was im neuen Umfeld auf ihn zukommt.
„Es ist zumindest kein Nachteil“, sagt Sousa zu seinen Erfahrungen in der vergangenen Saison beim TuS, den er im November 2019 übernommen hatte. Er blickt zurück, aber nur kurz, denn
allzu viel will er sich nicht mehr mit der Vergangenheit beschäftigen: „Wir sind mit Rheinböllen ja sehr souverän im Vergleich zu Oberwesel jetzt aufgestiegen und hatten andere Ziele. Deswegen bin ich gewarnt und gehe mit einer anderen Sensibilität heran, aber das allein bringt dir keine drei Punkte.“ Dennoch sagt er: „Ich glaube, dass wir die Qualität haben, die Liga zu halten. Wir werden vorne effektiv sein müssen. Gegen den Ball sind wir richtig gut.“ Dass Oberwesel gemeinhin über eine physisch sehr starke Mannschaft verfügt, ist bekannt.
Die bekommt nun mit Fabio Aquila, der wie Valentino Musa mit Sousa aus Rheinböllen kam, einen spielenden Co-Trainer, der das Spielen zurecht in seiner „Job-Bezeichnung“ trägt. „Ich habe Fabio lange nicht so fit gesehen“, freut sich Sousa und ergänzt: „Er trägt nicht nur die
Marke Co-Trainer, er füllt die Rolle aus, das hat ihn gereizt. Fabio ist halt gut in allem, was er auf dem Platz tut, die Jungs haben schnell gesehen: Er kann uns helfen.“
Der 31-Jährige dürfte im zentralen Mittelfeld die Fäden ziehen, dort hat Oberwesel generell ein Überangebot, auch Musa ist dort zu Hause, Chris Jäckel und Sebastian Mitchard ebenfalls. „Chris hat aber schon mal Innenverteidiger gespielt, Valle und Fabio auch“, sagt Sousa, der mit
Aquila auch den Standards eine neue Qualität verleiht, zumal Oberwesel viele gute Kopfballspieler in seinen Reihen hat. Mit Michael Hohl (als Spielertrainer zum A-Ligisten SC Weiler) verliert er zwar einen, aber es sind noch genug „Recken“ an Bord.
Die weiteren Neuen neben den beiden Rheinböllenern: Der junge Torwart Leonit Ademaj (17 Jahre), der aus Kirchberg kommt und beim JFV Rhein-Hunsrück und Rot-Weiss Koblenz ausgebildet wurde, wird die neue Nummer eins bei Oberwesel, Alexander Schwertel folgte bekanntlich wie Anton Radic und Pierre Port ihrem Coach Fahning zum künftigen Liga-Rivalen FC Emmelshausen-Karbach II. „Leonit ist sehr ehrgeizig und kann überragend kicken“, sagt Sousa. Jona Gellings (18) von der SG Mörschbach und Till Bast (17), der aus der A-Jugend der JSG Kastellauner Land kam, bringen frisches Blut in den Kader, Maximilian Hammen ebenso,
wobei der 18-Jährige auch vergangene Saison schon etliche Einsätze als A-Junior hatte und so fast gar nicht als Zugang zu werten ist. Serhii Tumko ebenfalls nicht, er kam schon im Winter von A-Liga-Absteiger SG Sohren, Sousa traut ihm zu, in der Innenverteidigung seinen Platz zu finden. „Serhii ist ein Biest“, schmunzelt Sousa. Den reaktivierten Toni Reckert (36) bezeichnet Sousa als „absoluten Straßenkicker“, allerdings muss er wegen einer Zyste im Knie im September operiert werden. Sedat Elmas kam ebenfalls schon im Winter vom VfL Simmertal.
Zurück zur Effektivität vorne: Die verkörpert Kevin Hochstein natürlich, allerdings hat er eine Daumenverletzung, die ihn zum Start ausfallen lässt. In der Vorbereitung löste Sousa das oft mit dem Trio Jonas Henzel, Lukas Stüber und Maximilian Hammen. Generell will Sousa aber
auch da flexibel bleiben mit seiner neuen Elf. In einer Klasse, die er so einschätzt: „Ich glaube, dass vorne sieben, acht Plätze vergeben sind, mal egal, wer von diesen Teams am Ende wo landen wird. Ahbach und den HSV Neuwied kenne ich gar nicht, aber ich beschäftige mich damit auch nicht so sehr.“ Ihm geht es um seine neue Mannschaft, die er natürlich schon vorher gut kannte – und die er nun zum Klassenerhalt führen will.