Seit 2003 und damit seit 22 Jahren am Stück darf sich die SG Mörschbach/Argenthal/ Liebshausen mittlerweile Bezirksligist nennen. Eine Ewigkeit, kein Verein hat es so lange in der Mitte-Staffel ausgehalten. Es sollen noch viele Jahre in überkreislichen Gefilden bei den Hunsrückern hinzukommen. Der Trend zeigt aber nach unten.
Nach den Vizemeisterschaften 2022 und 2023 wurden die Mörschbacher 2024 Sechster und schlossen die vergangene Runde nur als Tabellenneunter ab. Besorgniserregend: In der Rückrunde verbuchte die SG in 15 Partien nur 17 Punkte, in der Tabelle der zweiten Saisonhälfte
belegte Mörschbach damit einen Abstiegsplatz. Muss man sich in der Saison 2025/26 Sorgen um die SG machen?
„Um uns muss keiner Angst haben“, sagt Spielertrainer Simon Peifer selbstbewusst. Beim Blick auf den Kader und die Transferaktivitäten bei der SG kann man dennoch stutzig werden: Mörschbach verzichtete als einziger der 16 Bezirksliga-Klubs auf Neuzugänge. Zudem hat Mittelstürmer Nico Wilki, der in den vergangenen zwei Jahren 41 Tore für die SG schoss, die Mörschbacher in Richtung Rheinlandligist TuS Kirchberg verlassen.
Personell sieht es auf den ersten Blick nicht besser aus bei der SG als in der Vorsaison. Peifer sieht das alles differenzierter: „Die vergangene Saison war ein Jahr des Umbruchs. Das hatten wir angekündigt, und so kam es auch. Im vergangenen Sommer haben wir zwölf Spieler verpflichtet, auch als Vorgriff auf diese Runde. Kein Neuzugang jetzt – natürlich, das gab es wohl noch nie. Aber wir sind nicht aktiv geworden, weil wir keinen Bedarf dafür gesehen haben. Wir sind jetzt 22 Mann, mit denen wir unsere Weiterentwicklung vorantreiben wollen. Das ist unser Ziel für diese Saison.“
Zum Abgang von Fixpunkt Wilki sagt Peifer: „Seine Tore werden uns fehlen, aber man muss auch sagen, dass er in der Rückrunde fast gar nicht mehr getroffen hat. Wir hätten ihn gerne behalten, aber da gibt es kein böses Blut. Nico will den nächsten Schritt in der Rheinlandliga gehen, das müssen wir akzeptieren und seinen Abgang als Mannschaft auffangen.“ Auf der Suche nach einem neuen Mittelstürmer probierten Peifer und seine Trainerkollegen Marc Thiele und Marvin Schulzki in der Vorbereitung einiges aus. Mit Florian Heyer, Robin Gründer, Yannic Vogt, aber auch mit Jonas Korbion oder Nico Merg, der in den Testspielen als Stürmer kontinuierlich traf, gäbe es einige gute Optionen.
Heyer, Gründer, Korbion, Vogt und sein Namensvetter Julian Vogt kommen aus langen
Verletzungspausen und werden nach und nach aufgebaut. „Da waren einige in der Rückrunde gar nicht dabei, ab Mitte August hoffen wir, alle wieder an Bord zu haben. Wir sind guter Dinge, dass wir diese Saison anders als im Vorjahr von Verletzungen verschont bleiben“, sagt Peifer.
Vor allem die Mörschbacher Achse um Torwart Leon Roth, Abwehrchef Leon Schulzki, Mittelfeldmann Leo Wilhelm, Linksaußen Daniel Römer und den unverzichtbaren Offensivspieler Peifer sollte stabil sein, um eine Saison in ruhigem Fahrwasser zu haben. Wo seine Elf landen
könnte, das vermag Peifer nicht zu prognostizieren: „Die Liga ist schwierig einzuschätzen. Ich sehe Metternich und Mayen oben, dazu zwei, drei andere Mannschaften. Wo wir uns einordnen
werden, wird man sehen. Die Vorbereitung war jedenfalls sehr gut, wir haben einen guten Schritt nach vorne gemacht.“
Vor dem August-Auftaktprogramm mit den Partien gegen Aufsteiger Augst Eitelborn, in Metternich, gegen Ahbach und in Urbar bei einem weiteren Aufsteiger wird Peifer nicht bange, er setzt auf einen guten Saisonstart. Nach dem Abstieg von Rheinböllen und Boppard sind Emmelshausen-Karbach II sowie Rückkehrer Viertäler Oberwesel die beiden einzigen Rhein-Hunsrücker Konkurrenten
für Mörschbach.
„Oberwesel hat eine sehr gestandene Truppe, Emmelshausen-Karbach II wird mit
Verstärkungen aus der Oberliga sicherlich eine gute Rolle spielen“, sagt Peifer, spricht
den Lokalduellen aber ein wenig die Brisanz ab: „Den Derby-Charakter von Rheinböllen werden wir in dieser Saison leider nicht mehr haben.“