Quelle: Rhein-Zeitung Nr. 109, Seite 24, 12.05.2026, von: Michael Bongard, Foto: hjs-Foto
SG Viertäler Oberwesel - SG Westum/Löhndorf 1:2 (1:0)
Bezirksliga Mitte: Schlusslicht SG Viertäler verliert auch gegen Mitabsteiger
Oberwesel. Eine Serie würde im Oberweseler Rhinelanderstadion reißen – das ist vor dem Absteigerduell zwischen der SG Viertäler Oberwesel und der SG Westum/
Löhndorf klar gewesen. Aus dem ersten Oberweseler Heimsieg wurde nichts, dafür fuhren die Gäste nach 13 Pleiten im 14. Auswärtsspiel ihre ersten Punkte ein – und es waren nach dem 2:1 (0:1) in Oberwesel gleich derer drei. Viertäler Oberwesel behält die Rote Laterne, Westum/Löhndorf verbesserte sich auf den viertletzten Platz 13.
Es bleibt dabei: Sechsmal sind Oberwesel und Westum damit in der Bezirksliga Mitte aufeinandergetroffen, nicht ein einziges Mal gewann die SGVO. 2024 stiegen beide übrigens gemeinsam ab, um 2025 direkt als A-Klasse-Meister zurückzukehren, ehe die Bezirksliga für beide Klubs jetzt wieder eine Nummer zu groß gewesen ist.
Im direkten Duell musste Viertäler Oberwesel direkt einen
Schock verkraften: Abwehrchef Jonas Strunk musste schon nach drei Minuten verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Strunk zerrte sich, damit ist die Saison wohl für ihn gelaufen.
Valentino Musa ging zurück in die Innenverteidigung, Erik Dietel rückte vor ins Mittelfeld – und das zahlte sich nach zwölf Minuten aus: Dietel gewann einen Zweikampf und steuerte unaufhaltsam dem 1:0 entgegen. „Das war Eriks erste Bezirksliga-Tor, stark gemacht von ihm“, meinte Oberwesels Trainer Rafael Sousa. Für Sousa war seine SGVO im ersten Durchgang einen Tick besser, Till Bast verpasste das 2:0, nach 40 Minuten traf er nur das Außennetz.
Lukas Stüber hätte nach 65 Minuten das 2:0 für Oberwesel machen können, aber er jagte den Ball übers Tor. „Das muss es sein, dann hätten wir den ersten Heimsieg eingefahren“, sagte Sousa.
„Oberwesel war dem 2:0 näher in keinem guten Spiel“, meinte Westums Coach Tomas Lopez, der nach 25 Jahren Trainertätigkeit (16 davon in Oberwinter) am Saisonende in den Ruhestand geht.
Die Partie in Oberwesel drehte sich in der Schlussphase komplett zugunsten Westums: Nach einer Ecke von Marcel Ossendorf klärte Lukas Stüber ungenügend vor die Füße von SG-Joker Merlin Erens, der zum 1:1 traf (71.).
Und dann kam die Nachspielzeit und die letzte Aktion der Partie: Oberwesels Keeper Leo Ademaj schlug den Ball weg – und dann hatten beide Trainer verschiedene Ansichten, was
passiert ist.
„Leo wurde nach dem Abschlag von einem Westumer zu Fall gebracht. Schiedsrichter Pfitzmaier konnte das nicht sehen, weil er dem Ball folgte“, sagte Oberwesels Sousa. Das Leder kam laut Sousa zu Ossendorf, der aus 40 Metern ins leere Tor und über dem am Boden liegenden Ademaj schoss.
„Das war mehr als diskutabel. Wir sind beide abgestiegen, hier ging es um nichts mehr, er hätte den Ball auch ins Aus schießen können. Der Westumer Sieg hat so Geschmäckle“, meinte Sousa.
Lopez hatte es anders gesehen: „Der Ball kommt an der Mittellinie runter, unser Spieler Max Palm und ein Oberweseler gehen in einen Zweikampf. Max gewinnt den Ball und spielt ihn zu Marcel Ossendorf, der sieht, dass der gegnerische Torwart am Strafraum stand und nicht lag – und hat ihn dann aus rund 40 Metern über ihn hinweg ins Tor gehoben. Das Glück war auf unserer Seite.“
Westum feierte damit den ersten Auswärtssieg „Die Durststrecke ist vorbei“, sagte Lopez.
Torfolge: 1:0 Erik Dietel (12.), 1:1 Merlin Erens (71.), 1:2 (90+5.) Marcel Ossendorf
Zuschauer: 60 (Quelle: fussball.de)
Aufstellung: Fabian Dingel - Lukas Gaydos, Sebastian Gottschalk, Kevin Marienfeld, Sebastian Ramacher (58., Mica Schneider), Marcel Ossendorf, Max Palm, Christian Fuchs (58., Merlin Erens), Maurice Lefevre, Julian Schmitz, Kevin Wagner (76. Julian Merken)