Adenau.
Die beiden Fußball-Kreispokal-Gewinner kommen aus dem Ahrkreis. Aber das war auch nicht anders zu erwarten, nachdem SG Maifeld als letzter Vertreter aus der Region Mayen-Andernach im Halbfinale ausgeschieden war. Im Wettbewerb 1 (A- und B-Liga) krönte der SV Oberzissen seine überaus erfolgreiche Saison mit dem Double: Nach der A-Klassen-Meisterschaft feierten die Brohltaler nun auch erstmals in der Vereinsgeschichte mit einem 2:0 gegen SG Westum/Löhndorf den Pokalsieg. Bei den C-/D-Ligisten löste Grafschafter SG II mit dem 3:0 gegen SV Leimersdorf den Vorjahressieger TuS Oberwinter II ab.
Drei Finalisten (SV Oberzissen war als Bezirksliga-Aufsteiger bereits qualifiziert) haben sich ein Ticket zur Teilnahme an der ersten Rheinlandpokalrunde gesichert. Die Kombinierten aus der Grafschaft dürfen sich auf den sportlichen Vergleich mit dem TuS Oberwinter freuen, Westum/Löhndorf spielt zu Hause gegen SF Höhr-Grenzhausen (beide am Sonntag, 30. August, ab 14.30 Uhr), während es Leimersdorf am Mittwoch, 2. September, ab 19.30 Uhr mit Oberzissen zu tun bekommt.

SV Oberzissen - SG Westum/Löhndorf 2:0 (1:0). Auch im dritten Anlauf blieb der Kombination aus den Sinziger Stadtteilen Westum und Löhndorf der Pokalgewinn versagt. 2020 war man im Endspiel an Hatzenport/Löf gescheitert, vor drei Jahren in Gönnersdorf an der SG Hocheifel Reifferscheid und diesmal vor 220 Zuschauern am Neu-Bezirksligisten Oberzissen.
Für Trainer Rolf Seiler lag es diesmal an der Einstellung seiner Schützlinge. „Wir waren viel zu ängstlich und haben besonders im ersten Durchgang kein Tempo in unsere Aktionen gebracht. Als wir nach einer Stunde aufdrehten und uns gegen die drohende Niederlage stemmten, fehlte uns ein Vollstrecker. Chancen waren durchaus vorhanden.“

Schmerzlich vermisste wurde ein Typ, wie der Gegner ihn in seinen Reihen hat. Lukas Groß bewies mal wieder mal auf eindrucksvolle Weise seine Torjägerqualitäten. Ihm und seinen beiden Treffern hat es der Double-Gewinner zu verdanken, dass er am Ende verdient die Nase vorn hatte. So sah es auch Spielertrainer Eike Mund: „Wenn man einen solch torgefährlichen Akteur in seinen Reihen hat, ist das schon die halbe Miete. Aber auch der Rest der Mannschaft hat heute besonnen agiert und nur wenig zugelassen. Für mich bedeutet der heutige Erfolg ein Einstand nach Maß. Besser geht es nicht.“

Erst nachdem Groß dem 1:0 aus der 26. Minute das zweite Tor (56.) folgen gelassen hatte, wurde beim Gegner ein Aufbäumen spürbar. Etwa 20 Minuten lang drängte die Seiler-Elf auf den Anschluss. Kevin Wagner, Tom Weber und Lukas Nachtsheim, der die einzige Chance in der ersten Hälfte vergeben hatte, scheiterten entweder am SVO-Torwart Leon Deptalla oder an der fehlenden Treffsicherheit.

In der Schlussphase hätte dann Oberzissen noch das dritte Tor markieren können. Ein dickes Lob erntete die SG Hocheifel Adenau für die tolle Ausrichtung an beiden Finaltagen. Jeweils rund 20 Helfer waren im Einsatz, um die Hygienevorschriften umzusetzen.

Grafschafter SG II - SV Leimersdorf 3:0 (1:0). Bernhard Thun, Trainer der Grafschafter SG II, gab nach dem Erfolg gegen den Lokalrivalen Leimersdorf zu Protokoll, optimistisch ins Finale gegangen zu sein: „Ich wusste, dass der Gegner ersatzgeschwächt antritt, doch mit einem so deutlichen Sieg hatte ich nicht gerechnet.“
Sein Team hatte vor 150 Zuschauern einen Start nach Maß erwischt. Bereits in der fünften Minute setzte Jakob Wieler seine erste Duftmarke, als er per Kopf zum 1:0 erfolgreich war. In der Folgezeit erwies sich der 21-Jährige als ständiger Unruheherd, der Leimersdorfs Abwehr ein ums andere Mal in Verlegenheit brachte. Und wenn es brenzlig wurde vor dem Tor des später verletzt ausgeschiedenen SV-Torwarts Daniel Welling, dann hatte fast immer Wieler die Füße im Spiel. So auch in der 27. Minute, als er von Welling regelwidrig zu Fall gebracht wurde. Den von Yannick Heyers geschossen Elfmeter parierte der Verursacher aber glänzend. Zehn Minuten später scheiterte Wieler noch bei einer erneuten Einschussmöglichkeit, in der 58. Minute toppte er seine starke Leistung aber mit seinem zweiten Treffer zum vorentscheidenden 2:0.
Während Heyers (69.) mit seinem Distanzschuss nur den Pfosten traf, machte der gerade eingewechselte Hannes Wunder (85.) mit dem 3:0 endgültig den Deckel drauf. Mit diesem Pokalerfolg setzten die Kombinierten aus der Grafschaft eine Serie fort, mit der der jetzige Partner FSG Bengen II in den Jahren von 2006 bis 2008 mit dreimaligem Gewinn in Folge für Furore gesorgt hatte.
Für Leimersdorf hätte ein Endspielsieg die Krönung der bisher erfolgreichsten Pokalsaison werden können. Doch dazu hätte es eines so starken Aufbäumens bedurft, wie es das dezimierte Team von Trainer Franz Wax im Halbfinale beim 3:2 gegen Eintracht Esch an den Tag gelegt hatte.
Nach dem Aufstieg in die Bezirksliga feierte der SV Oberzissen nun auch noch den Gewinn des Kreispokals der A-/B-Ligisten. Fotos: Vollrath
Die Grafschafter SG II ließ im Finale der C-/D-Ligisten gegen Leimersdorf nicht viel anbrennen und durfte dann feiern.